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PRESSEMELDUNGEN


9.bis 11. (12.)Mai 2002

AKTION PASSAU-WIEN in 3 TAGEN

(Ein Epos verfasst von Samuel Isegrim Tom)

Schon lange ward es geplant gewesen, nie realisiert geworden, doch jetzt haben wir es geschafft (zumindest ein paar). Die Aktion "Passau-Wien auf Inlineskates" wurde vom Manggeirat abgesegnet, fixiert und vom Großteil einfach ignoriert (wohl Furchtlosigkeit gegenüber Exekutionen). Drei wackere, furchtlose und mit Winterspeck vollgefressene Manggeis (Manggei-Mike, Klorand-Möggl, Tomsau) incl. Begleitrad (Brigitte) machten sich am Donnerstag 9. Mai mit dem Bus auf nach Passau. Abgestellt wurde das Gefährt auf einem P+R Parkplatz neben der Ilz im Norden von Passau. Als Gepäck wurde von jedem ein Rucksack mit den notwendigsten Sachen mitgeschleppt (Kühlbox, 6er-Tragei,...)

Tag 1: Passau-Linz (ca 100km)

Um 9:30 begann der Kampf mit dem Gegenwind und um 9:45 musst das erste Manggei schon den Rückweg antreten, da das Manggei-Kommunikationsmedium im Bus vergessen wurde. Am nördlichen Ufer der Donau ging es mühsam aber auf very good Belag (nur 2 Mal waren ca. 1km ziemlich schlecht) halbwegs gut voran. Ein Teil der Strecke wurde auf einer Landstraße gelaufen, wo jedoch praktisch kein Verkehr war, der Rest war Radweg. Den Windschatten von so manchem Manggeisupportrennradfahrer wurde ungefragt ausgenutzt und bald waren wir bei den Schlögener-Schlingen angelangt, wo wir mit der Fähre auf das südliche Ufer"nüber" machen mussten , da der nördliche Weg nicht existent,oder besser nicht ISK-tauglich ist. Noch ein paar Kilometer weiter und wir beschlossen den ersten Schweinebauch als Mittagsmal zu verzehren. Drausgeworden ist dann ein Beischl und a Kaspressknedlsuppn. Ca. nach 2 Stunden Mittagspause ging es dann auf der südlichen Seite der Donau auf perfektem Belag durch das schöne Donautal bis hin nach Aschach, wo das Flusstal der Ebene wich und der Gegenwind uns praktisch den Rest gab. Jeder gammelige Radfahrer wurde seines Windschattens beraubt und im Sog der Windlosigkeit sogar auf falsche Fährte gelockt, d.h. wieder mal ein paar Kilometer zuviel, alles retour usw..Irgendwann kamen wir dann in Linz an, hörndelten uns in einer Jugendgerberge in Urfahr (Blütenstraße) sehr günstig ein. Als Transportmatrix für den nächsten Tag wurde eine GPS-Grillplatte (Golden-Pub-Special) eingworfen und die Welt war wieder in Ordnung.

Tag 2: Linz-Melk (ca 110km)
Ein neuer Tag, neue Motivation, kaum Wind und noch halbewegs schmerzunterdrückte Fusssensoren ließen die Manggeigetriebe wieder aufheulen. Entlang des nördlichen Ufers der Donau flogen wir dahin, mussten dann ins Landesinnere bis nach Mauthausen. Weiter ging es entlang der Donau auf wahrlich perfektesten Asphalt bis hin nach ??? wo wir mit 40km/h auf die absolute growness von Asphalt gestoßen sind. Zum Glück währte dieser Zustand nicht lange und es ging wieder mal ins Landesinnere, vorbei an schönen Dörfern und durch die Donauauen. Kurz vor Grein, dann wieder mal ein Schock. 200 Meter kein Asphalt und danach ein 0,5Meter breites Asphaltrudiment bis hin nach Grein. Kleiner Tipp: einfach die Bundesstraße bis nach Grein laufen. In Grein machten wir Mittagspause und getrieben von drohenden Gewitterwolken brachen wir 2 Stunden später wieder auf. Leider mussten wir ca 1km wieder zurücklaufen, um auf das südliche Donauufer wechseln zu können. Denn nördlich der Donau ist nur eine Landstraße, die relativ stark befahren ist. Begleitet mit Regentropfen ging es gut voran bis nach Ybbs. Dort wollten wir am südlichen Ufer weiterlaufen, doch eine S-Kurven-Kombination mit 90° Richtungsänderung in der Abfahrt, incl. Bahnübergang und anschließender Vibrationstheraphie überzeugte uns zum Wechsel der Donauseite (ob diese Entscheidung weise war, wissen wir noch nicht). Auf alle Fälle, wechselten wir in Ybbs auf die nördliche Donauseite, ignorierten den Radweg, der die gesamte Donauschlinge auskleidete und querten entlang der Landstraße bis hin zur Donau. Danach empfing uns wieder mal ein 0,5Meter breiter mit Donausand und Wurzelaufwölbungen garnierter Weg über ca. 3km bis nach Maria Taferl. Von dort gings dann auf den Donaudamm auf sehr gutem Asphalt weiter, querten die Donau bei einem Wehr bis hin nach Melk, wo wir uns wieder in eine Jugendherberge hauten.

Tag 3: Melk-Wien (9.Bezirk) (ca 115km)
Der Finale Tag war angebrochen. Wir blieben auf der südlichen Seite der Donau, passierten die erste wirkliche Ansteigung vorbei an einem Schloss und gelangten dann auf eine breite Bundesstraße, welche kaum befahren war. Nach ca. 5km Bundesstraße ging es dann wieder mal auf den "Treppelweg" vorbei an wunderschönen Ortschaften, Ruinen, Schlössern, quer durch Weinfelder und Obstgärten auf sehr wechselhaftem Asphalt. Kurz vor Mautern (Krems) ging es dann wieder hinaus aus dem Donautal in die weite Ebene. Wir blieben auf der südlichen Seite der Donau, durchquerten Mautern, irrten auf miesesten Asphalt kreuz und quer herum, bis der Radweg uns auf Höhe Krems wieder zur Donau führte. Ab jetzt begann der Kampf gegen die Monotonie. Der Asphalt war OK (einige Wurzelaufwölbungen,...)aber an der Landschaft änderte sich nicht viel, kaum Häuser, Dörfer, nur ewig lange Geraden, die Donau und Manggeispirit. Ca. 7km vor Zwentendorf gewann die Tour wieder an Reiz, da wir nach einem Wehr kurz ins Landesinnere liefen, entlang von Donauauen und Überflutungs- gebieten, bis plötzlich nach einer Abfahrt kein Asphalt mehr da war und wir im Donaulehm fast stecken blieben. Heraus aus den schmerzenden, erbarmungslosen Schuhen und barfuss ging es über den Lehm der Donau durch eine Auenlandschaft tres pictouresque. Die Kühle des Lehms gab den Füssen wieder ein Gefühl von Leben und Freiheit zurück. Hinaus aus der Au und plötzlich standen wir vor einer unglaublich, faszinierenden Inspiration für das Aug. Vor uns türmte sich der Prachtbau des Atomkraftwerkes Zwentendorf auf. Bei diesem Kontrast aus wunderschöner, fast urwaldartiger Natur und dann dieser Grausamkeit fürs Aug, denkt man sich halt seinen Teil. Auf alle Fälle ging es noch 5km weiter und ab nach Zwentendorf auf ein deftiges Mittagsmenü. Nach Zwentendorf war dann wieder 1km lang kein Asphalt, danach ging es kreuz und quer durch das Landesinnere auf teilweise recht guten Wegen bis hin nach Tulln. Auch hier blieben wir auf der südlichen (oder besser rechten)Seite der Donau, was wahrscheinlich ein Fehler war. Ca 10km Vibrationen pur raubten uns fast die restliche Motivation. Das Lesen der Radkarte wurde durch Gelsenattacken erschwert. Beim ersten Wehr beschlossen wir auf die andere Seite zu Wechseln. Der Asphalt wurde über 3km auch nicht besser. Kurz vor Korneuburg war se Belag aber wieder sehr gut, in Korneuburg ziemlich beschissen, aber danach in Richtung Donauinsel wieder perfekt. Drüber über die Donauinsel, das Gefühl von Vibrationslosigkeit genießend entlang des Donaukanals bis hin zur Rossauer- Lände und hinein in das Speedmanggeihostel von unserer Manggeuse Väääl. Mike-Manggei der erwähnenswerter Weise auf Skirollern (Zwecks Materialtests) unterwegs war und sich somit freiwillig das Leben erschwerte war des Wahnsinns nahe und kam Dank positiver Ausstrahlung von seiner Brigitte auch noch in Wien an. Dann hieß es nur mehr: Fressen, und das viel und schnell. Also hinaus aus dem Manggeibau, schnell um die Ecke und hinein ins Zentimeter. Ein deftiges "Weisei" als Repair-Kit und die Augenlieder ließen nicht mehr viel an Blickfeld über. Also dann, die Einladung von Vääl in die Reierei auf ein Studentenfestl zu gehen, wurde aufgrund von KOigkeit und Überlebens- drang dankend abgelehnt und aus.
Resümé: Die Tour war zwar teilweise Beinhart (vor allem für die Füße), aber auf alle Fälle ein Tipp für jeden Inlineskater, der auf Natur, Kultur und Topp-Asphalt (großteils) steht. Voraussetzung ist ein passender Schuh, der auch bei längerem Einsatz keine Schwierigkeiten bereitet.